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Handball: (Ahrensburger TSV)
 
Versöhnlicher Saisonabschluss

Es war der versöhnliche Abschluss einer insgesamt verkorksten Saison. Vielleicht waren es die zwei Fässer Bier, die den Oberliga-Handballern des Ahrensburger TSV von der HG Hamburg-Barmbek für den Fall eines Sieges im letzten Saisonspiel gegen die HG Norderstedt versprochen worden waren, die den letzten Schub Motivation lieferten. Die Schlossstädter, die wieder stark ersatzgeschwächt antreten mussten, siegten im Saisonfinale überraschend mit 29:28 (13:11), obwohl es für sie sportlich um nichts mehr ging. Der Gegner hätte sich hingegen mit einem Punktgewinn sicher für die neue Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein qualifiziert. "Ich freue mich über den Sieg", resümierte Spielertrainer Roman Judycki, der wegen seiner Sperre erneut von der Tribüne zuschauen musste. "Gleichzeitig ärgere ich mich aber auch, weil ich wieder gesehen habe, was in der Saison möglich gewesen wäre." Und auch Supporters-Chef Gerd Wollesen, der nach zwölf Jahren zum Saisonende aufhört, stimmte mit ein: "Dieses Spiel versüßt mir den Abschied, macht es mir aber gleichzeitig auch schwer."

Die Gäste hatten von Anfang an ihre Mühe mit der 5:1-Deckung der Ahrensburger, die neben Judycki auch auf den Haupttorschützen Christoph Palder (Urlaub), Christoph Strubel (Arbeit) und Christoph Reetz (Bänderanriss) verzichten mussten. Der ATSV, für den erneut Carsten Moritzen die Aufgaben von Judycki auf der Bank übernahm, diktierte das Spiel und führte schnell mit 6:3. Bis auf vier Tore bauten die Stormarner die Führung aus, mussten sich zur Pause dann aber mit einem Zwei-Tore-Vorsprung begnügen.

Nach Wiederanpfiff folgte die stärkste Phase der Hausherren, die mit einem 7:2-Lauf auf 20:13 enteilten. Erst eine Auszeit von Gästecoach Markus Ginckel brachte dessen Mannen wieder auf den Weg. Durch vier Treffer in Folge verkürzte die HGN innerhalb von vier Minuten auf 20:17 und schaffte, als beim ATSV langsam die Kräfte schwanden, schließlich gut eine Minute vor Ende der Partie den Ausgleich zum 28:28. Robin Hoth markierte den finalen Treffer für die Ahrensburger und der letzte Angriff der Norderstedter verpuffte. Auch eine offensive Deckung brachte keinen Ballgewinn mehr für die Gäste und am Ende hatte Philipp Köhler sechs Sekunden vor Ultimo sogar noch per Siebenmeter die Chance auf 30:28 zu erhöhen. Doch der Ball sprang vom Bein von Torhüter Nils Frentzel ins Seitenaus und die letzten Sekunden verrannen.

"Wir haben zwar in der Deckung auch viele Fehler gemacht, aber vorne ein tolles Spiel gezeigt", freute sich Judycki, der in der nächsten Saison nicht als Trainer zur Verfügung stehen wird. "Ich hatte ein Gespräch mit meinem Chef und werde jetzt beruflich stärker beansprucht", begründet der Coach seinen Rückzug. Derweil ist man beim ATSV auf der Suche nach einem Nachfolger. "Wir haben bereits einige Gespräche geführt, aber noch gibt es keine Ergebnisse", erklärt Lars Kiesbye, stellvertretender Abteilungsleiter des ATSV. In jedem Fall wird es einen großen Umbruch geben. "Ein Großteil der Spieler wird den Verein verlassen, fünf Spieler plus zwei Wackelkandidaten haben ihre Bereitschaft erklärt, in Ahrensburg weiter zu spielen", so Kiesbye. Am Abend nach dem Spiel allerdings wurde der versöhnliche Saisonabschluss noch einmal gemeinsam im Hofbräuhaus in Hamburg gefeiert.

Aufstellung Ahrensburg (Tore/Siebenmeter): Raphael Orth, Alexander Rath - Markus Fraikin, Robin Hoth (je 6), Danny Farell (6/3), Philipp Köhler (4/2), André Peter, Ingolf Gonschorek (je 3), Said Evora (1), Joschka Grunwald, Carsten Moritzen (n. e.).

HG Norderstedt: Nils Frentzel, Sven Meyer - Timm Conring (8/3), Johannes Laskawy, Thiemo Fraatz (je 4), Dennis von Seelen, Jan Beermann (je 3), David Caballero, Hagen Kröger (je 2), Eike-Christian Wertz, Ole Werner (je 1), Guido Schulz, Ewgenij Ryzh.

Schiedsrichter: Gerhardus Böss, Michael Weißler (GW Eimsbüttel/Rellinger TV).

Siebenmeter: 6/5 - 4/3 (Köhler scheitert an Frentzel - Rath pariert gegen Conring).

Zeitstrafen: 1:2 (Farell 27. - Conring 60., von Seelen 60.).

Spielverlauf: 1:0 (3. Minute), 1:2 (5.), 2:3 (7.), 6:3 (11.), 9:6 (17.), 9:7 (17.), 11:7 (19.), 12:8 (22.), 12:11 (27.), 13:11 (30.) - 15:11 (34.), 15:12 (34.), 18:12 (38.), 18:13 (39.), 20:13 (40.), 20:17 (44.), 22:17 (46.), 22:19 (48.), 23:19 (50.), 24:20 (51.), 24:22 (53.), 25:22 (53.), 25:24 (55.), 26:24 (55.), 28:26 (57.), 28:28 (59.), 29:28 (60.).


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Autor: mafr
Artikel vom 22.04.2010, 09:52 Uhr
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