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(HABV)

"Boxen an Schulen" kämpft gegen das Aus

"Boxen an Schulen" kämpft gegen das Aus
Der 10. Juli dürfte für 500 Hamburger Schülerinnen und Schüler ein unvergesslicher Tag werden. Um 12 Uhr treffen sie sich in der HSH-Nordbank-Arena, um aus den Händen zweier HSV-Spieler und eines Profiboxers die Zertifikate zu erhalten, die ihre Teilnahme am Pilotprojekt "Boxen an Schulen" nachweisen. Eine Führung durch die Arena rundet die Veranstaltung ab.
Viele solcher Tage wird es allerdings nach heutigem Stand nicht mehr geben. Das im September 2007 gestartete Projekt, das der Hamburger Sportwissenschaftler Christian Görisch und der frühere Präsident des Hamburger Amateurbox-Verbandes, Olaf Jessen, mit ihrem Verein "Box-Out" durchführen, steht vor dem Aus. Das Problem: Weil durch die Neugliederung der Behörden die Kompetenzen noch nicht eindeutig zugeordnet sind, fehlt die dringend notwendige Zusage der Stadt für finanzielle und ideelle Unterstützung. Rund 100 000 Euro werden benötigt, um das Projekt für ein Schuljahr durchzuführen.
Dabei, stellt Jessen klar, gehe es nicht darum, die Stadt nur zur Kasse zu bitten. "Wir brauchen vor allem eine feste öffentliche Zusage, dass die Stadt das Projekt unterstützt." Dies wäre das Signal an potenzielle Sponsoren, sich langfristig zu engagieren. Zwar haben sich namhafte Unterstützer - darunter Grossmann & Berger, Hamburg Wasser, Rotary-Club, der Weiße Ring, Bürgerstiftung Hamburg, Universum-Boxpromotion und Rosenblatt-Mo - eingebracht, jedoch bislang aufgrund der unsicheren Zukunft des Projekts nur mit Einmalzahlungen. "Was wir brauchen, ist Planungssicherheit, damit die Sponsoren sehen, dass sich ein Engagement auf Dauer lohnt", sagt Görisch.
Dass das Projekt jeden Cent wert ist, können die Macher jetzt sogar wissenschaftlich belegen. In Zusammenarbeit mit der Uni Kassel wurden die Auswirkungen des Faustkampftrainings von der Uni Hamburg empirisch untersucht. Das Ergebnis der Studie, die dem Abendblatt vorliegt: Die Teilnehmer steigern in großer Form ihr Sozialverhalten und verbessern ihre gesundheitsrelevanten sportmotorischen Fähigkeiten immens. Die teilnehmenden Schulen können diese Resultate nur bestätigen. "Die Schüler haben sich im Bereich Ausdauer und Koordination deutlich verbessert. Bei vielen ist außerdem sichtbar, dass sie sich in ihrer Persönlichkeit positiv weiterentwickelt haben", sagt Joachim Hinz, Leiter der Schule Luruper Hauptstraße.
Jessen und Görisch hoffen nun auf einen schnellen positiven Bescheid der Schulbehörde. "Wenn wir bis zum Start der Sommerferien nichts hören, ist das Projekt tot", sagt Jessen.
bj ( HH-Abendblatt ) erschienen am 24. Juni 2008


Autor: olje
Artikel vom 24.06.2008, 07:53 Uhr

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